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Digitaler Stromzähler neben einer Person, die mit einem Taschenrechner den Stromverbrauch und Kosten berechnet.
Digitaler Stromzähler neben einer Person, die mit einem Taschenrechner den Stromverbrauch und Kosten berechnet.

Stromkosten für Unternehmen: Struktur & Einsparpotenziale

Steigende Energiepreise und volatile Märkte stellen Unternehmen vor wachsende Herausforderungen. Stromkosten zählen in vielen Gewerbe- und Industriebetrieben zu den wichtigsten laufenden Betriebskosten und beeinflussen direkt die Wettbewerbsfähigkeit.

Dabei ist es wichtig, zwischen den Stromkosten und dem Strompreis zu unterscheiden:

  • Der Strompreis bezeichnet den Preis pro Kilowattstunde (kWh) Strom und setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen.
  • Die Stromkosten eines Unternehmens ergeben sich aus dem tatsächlichen Stromverbrauch und dem Strompreis.

Wer die Zusammensetzung der eigenen Stromkosten versteht, erkennt auch, wo konkrete Einsparpotenziale liegen.

Infografik zur Zusammensetzung von Stromkosten für Unternehmen aus Stromverbrauch und Strompreis mit dessen Bestandteilen.
Stromverbrauch und Strompreis bestimmen gemeinsam die Stromkosten eines Unternehmens. © e.optimum AG

Wie setzen sich die Stromkosten für Unternehmen zusammen?

Die Stromkosten eines Unternehmens ergeben sich aus zwei zentralen Faktoren:

  1. Dem tatsächlichen Stromverbrauch
  2. Dem Strompreis

Je höher der Verbrauch und je höher der Strompreis pro Kilowattstunde, desto höher fallen die gesamten Stromkosten aus.
Für Geschäftskundinnen und -kunden ist dabei, sofern vorsteuerabzugsberechtigt, vor allem der ausgewiesene Nettobetrag der Rechnung relevant.

Um Stromkosten zu verstehen und zu optimieren, ist die detaillierte Analyse der einzelnen Bestandteile des Strompreises entscheidend, da sich hier in der Praxis die größten Einsparpotenziale ergeben.

Die drei zentralen Bestandteile des Strompreises in Deutschland

Der Strompreis in Deutschland besteht aus mehreren Komponenten, die sich in drei Bereiche einteilen lassen:

  1. Energiebeschaffung und Vertrieb
  2. Netzentgelte
  3. Steuern, Abgaben und Umlagen

Strompreis in Deutschland: Alle Bestandteile im Überblick

Die durchschnittliche Verteilung des Strompreises zeigt, wo die größten Kostenblöcke liegen:

Kreisdiagramm zur Verteilung des Strompreises in Deutschland mit Anteilen für Energiebeschaffung, Netzentgelte und staatliche Abgaben.
Durchschnittliche Zusammensetzung des Strompreises (Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch). Quelle: BDEW, Stand 01/2026 © e.optimum AG

 

Energiebeschaffung und Vertrieb

Dieser Anteil umfasst die Kosten rund um den Einkauf und die Vermarktung von Strom:

  • Strombeschaffung
  • Risikomanagement und Preisabsicherung
  • Vertrieb, Service und Administration

Viele Unternehmen schließen weiterhin klassische Festpreisverträge ab und verzichten dadurch auf mögliche Preisvorteile aus dem Spotmarkt. Moderne Beschaffungsstrategien kombinieren Termin- und Spotmarkt gezielt, um Planungssicherheit und Marktchancen miteinander zu verbinden.
Der Terminmarkt sorgt dabei für Absicherung und Planbarkeit, während der Spotmarkt zusätzliche Optimierungsmöglichkeiten bietet.

Warum beeinflussen Netzentgelte den Strompreis?

Netzentgelte sind Gebühren für die Nutzung und den Betrieb der Stromnetze und machen im Durchschnitt etwa ein Viertel des Strompreises in Deutschland aus.

Sie decken unter anderem:

  • Betrieb und Wartung der Netzinfrastruktur
  • Ausbau der Stromnetze
  • Messstellenbetrieb und Zählerkosten

Wichtig: Die Netzentgelte variieren regional und können sich je nach Netzgebiet deutlich unterscheiden.

Für viele Unternehmen machen Netzentgelte bis zu 25-30 % der Stromkosten aus. Besonders energieintensive Betriebe können durch ein gezieltes Lastmanagement ihre Kosten optimieren, da sich Lastspitzen und Netzbelastung aktiv steuern lassen.
Unter bestimmten Voraussetzungen können Unternehmen zudem von Reduzierungen bei Netzentgelten profitieren – etwa im Rahmen von §19 Absatz 2 StromNEV (atypische Netznutzung, stromintensive Netznutzung oder singulär genutzte Betriebsmittel). Eine individuelle Prüfung ist empfehlenswert, da sich hier oft erhebliche Einsparpotenziale erschließen lassen.

Welche Steuern, Abgaben und Umlagen sind im Strompreis enthalten?

Dieser Kostenblock des Strompreises ist staatlich reguliert und umfasst unter anderem:

  • Stromsteuer
  • Konzessionsabgabe
  • Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG-Umlage)
  • Offshore-Netzumlage
  • Aufschlag für besondere Netznutzung

In Einzelfällen können unter bestimmten Voraussetzungen Steuern, Abgaben und Umlagen reduziert werden und dadurch Entlastungspotenziale für Unternehmen schaffen.

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitspreis und Grundpreis?

Gewerbestromtarife setzen sich in der Regel aus einem variablen Arbeitspreis und einem fixen Grundpreis zusammen.

Arbeitspreis (variabel)
Der Arbeitspreis wird pro verbrauchter Kilowattstunde berechnet und umfasst typischerweise:

  • Energieeinkaufskosten
  • Anteile der Netzentgelte
  • Steuern und Umlagen

Je höher der Verbrauch, desto stärker wirkt sich dieser Bestandteil auf die Stromkosten eines Unternehmens aus.

Grundpreis (fix)

Der Grundpreis ist unabhängig vom Verbrauch und deckt fixe Kosten wie:

  • Abrechnung und Verwaltung
  • Kundenservice
  • Messstellenbetrieb

Wie können Unternehmen ihre Stromkosten senken?

Unternehmen können ihre Stromkosten über verschiedene Hebel aktiv beeinflussen und dadurch ihre Energiekosten nachhaltig optimieren. Neben dem strategischen Energieeinkauf spielen auch Verbrauchsverhalten und regulatorische Entlastungen eine wichtige Rolle.

 

  1. Energieeinkauf optimieren

Als Energieversorger mit einem strukturierten Beschaffungsmodell unterstützt e.optimum Unternehmen dabei, ihre Energiekosten planbarer und transparenter zu gestalten. Unternehmen bezahlen bei e.optimum für ihren Strom nur das, was er tatsächlich kostet.

Der Einkauf erfolgt unabhängig über günstige Handelsplätze hinweg, um Preisvorteile gezielt zu nutzen und Preisschwankungen zu reduzieren. Durch die zeitliche Streuung der Einkaufszeitpunkte – vergleichbar mit einem diversifizierten Wertpapierdepot – lassen sich Marktrisiken minimieren und Preisvorteile durch flexible Einkaufszeitpunkte gezielt nutzen.

Der Terminmarkt sorgt dabei für Preissicherheit, während der Einkauf am Spotmarkt zusätzliche Potenziale zur Preisoptimierung eröffnet.

 

  1. Lastmanagement nutzen

Durch die aktive Steuerung und Optimierung des Stromverbrauchs lassen sich Lastspitzen vermeiden. Das ermöglicht eine effiziente Nutzung der Netzkapazität, kann Netzentgelte senken und trägt gleichzeitig zur Entlastung des Stromnetzes bei.
Vor allem für Unternehmen mit einem hohen Energiebedarf kann ein gezieltes Lastmanagement einen spürbaren Einfluss auf die Stromkosten haben.

 

  1. Verbrauch analysieren und senken

Die regelmäßige Analyse des Energieverbrauchs zeigt, wo unnötige Kosten entstehen.
Durch die Optimierung einzelner Prozesse lassen sich Stromkosten nachhaltig reduzieren, ohne den Betrieb einzuschränken.
Schon kleinere Anpassungen können langfristig deutliche Effekte haben.

 

  1. Steuerliche Entlastungen prüfen

Unternehmen haben unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, staatliche Entlastungen in Anspruch zu nehmen. Dazu zählen beispielsweise reduzierte Stromsteuersätze für bestimmte Branchen oder Fördermaßnahmen wie der Industriestrompreis.
Welche Entlastungen für ein Unternehmen tatsächlich in Frage kommen, hängt jedoch immer von den individuellen Rahmenbedingungen ab. Eine Prüfung lohnt sich in vielen Fällen.

 

  1. Mögliche Entlastung bei Netzentgelten prüfen

Unternehmen mit einer atypischen oder besonders stromintensiven Netznutzung können unter bestimmten Voraussetzungen nach §19 Abs. 2 StromNEV reduzierte Netzentgelte beantragen.

Darüber hinaus besteht bei leistungsgemessenen Abnahmestellen (RLM oder Smart Meter) in bestimmten Fällen die Möglichkeit, die Konzessionsabgabe zu reduzieren.

Zusätzlich bietet §14a EnWG für steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen oder Wärmepumpen weitere Reduktionsmöglichkeiten bei den Netzentgelten.

 

  1. Mögliche Entlastung bei Umlagen prüfen

Auch ein Blick auf mögliche Entlastungen bei Umlagen kann sich lohnen. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht auch hier die Möglichkeit, Umlagen wie die §19-StromNEV-Umlage sowie die KWK- und Offshore-Umlage zu reduzieren.

 

  1. Grenzpreis der Konzessionsabgabe

Sondervertragskundinnen und -kunden können unter bestimmten Voraussetzungen die Konzessionsabgabe vollständig erstattet bekommen.
Voraussetzung dafür ist, dass der vereinbarte Netto-Strompreis je kWh unterhalb eines gesetzlich definierten Grenzpreises liegt. Wird dieser unterschritten, kann die Konzessionsabgabe vollständig rückerstattet werden.

 

Hinweis: Entlastungen bei Netzentgelten, Steuern und Umlagen sind in der Regel an bestimmte Voraussetzungen geknüpft und greifen demnach nicht für alle Unternehmen gleichermaßen. Eine individuelle Prüfung durch einen spezialisierten Dienstleister kann sich in vielen Fällen lohnen.

 

Weitere spannende Themen finden Sie hier:

eoptimum.de/news/gasmarkt-krisen-und-strukturierte-beschaffung

eoptimum.de/news/energiepreise-2026-ausblick-strom-gas

eoptimum.de/news/co2-preis-auswirkungen-und-chancen

 

 

FAQ

Wie setzen sich Stromkosten für Unternehmen zusammen?
Die Stromkosten für ein Unternehmen ergeben sich aus dem tatsächlichen Stromverbrauch und dem Strompreis. Der Strompreis besteht aus Energiebeschaffung und Vertrieb, Netzentgelten sowie Steuern, Abgaben und Umlagen.
Wie hoch sind Stromkosten für Unternehmen?
Wie hoch die Stromkosten für Unternehmen ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Branche und Energiebedarf, Jahresstromverbrauch, Lastprofil, Netzgebiet, Beschaffungsstrategie, individuelle Netzentgelte. Vor allem energieintensive Unternehmen aus Industrie, Produktion oder Logistik weisen häufig deutlich höhere Stromkosten auf als kleinere Gewerbebetriebe.
Was beeinflusst Stromkosten am stärksten?
Die größten Einflussfaktoren auf die Stromkosten sind der Stromverbrauch und die Energiebeschaffungskosten sowie die Netzentgelte.
Wie können Unternehmen Stromkosten aktiv senken?
Unternehmen können ihre Stromkosten insbesondere durch optimierten Energieeinkauf, Lastmanagement und Effizienzmaßnahmen senken.
Unter bestimmten Voraussetzungen können Unternehmen auch von Fördermaßnahmen wie beispielsweise von reduzierten Netzentgelten profitieren.
Warum unterscheiden sich Strompreise regional?
Strompreise unterscheiden sich regional vor allem aufgrund variierender Netzentgelte. Diese hängen von der jeweiligen Netzinfrastruktur, dem Netzausbau und den lokalen Versorgungsbedingungen ab.
Welche Rolle spielen Netzentgelte beim Strompreis?
Netzentgelte machen einen erheblichen Anteil des Strompreises aus und beeinflussen dadurch direkt die gesamten Stromkosten eines Unternehmens.
Was ist der Unterschied zwischen Strompreis und Stromkosten?
Der Strompreis beschreibt den Preis pro Kilowattstunde Strom. Die Stromkosten eines Unternehmens ergeben sich dagegen aus dem tatsächlichen Stromverbrauch und dem Strompreis.
Wie können Unternehmen ihren Strompreis absichern?
Ein strukturiertes Beschaffungsmodell mit Termin- und Spotmarktanteilen hilft dabei, Preisschwankungen zu reduzieren und Planungssicherheit zu erhöhen.

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