Registrierende Leistungsmessung (RLM)
Die registrierende Leistungsmessung (RLM) ist ein Messverfahren für Unternehmen oder Industriebetriebe mit einem hohen Strom- oder Gasverbrauch. Ein RLM-Zähler erfasst den Stromverbrauch in 15-Minuten Intervallen sowie den Gasverbrauch im 60-Minuten-Takt und übermittelt die Messdaten automatisch an den Netzbetreiber und Lieferanten. Die präzisen Verbrauchsdaten bilden die Grundlage für Lastprofile, Netzentgelte, Energiebeschaffung und ein effizientes Energiemanagement.
Was ist RLM?
Die registrierende Leistungsmessung (RLM) ist ein Messverfahren für Verbraucherinnen und Verbraucher mit einem hohen Strom- oder Gasverbrauch. Die entnommene Leistung wird hierbei über einen sogenannten RLM-Zähler bei Strom im 15-Minuten-Takt und bei Gas im 60-Minuten-Takt erfasst und automatisch an den Netzbetreiber und den Lieferanten übermittelt. Die übermittelten Daten bilden die Grundlage für das persönliche Lastprofil, die Netzentgelte, die Energiebeschaffung, aber auch für Optimierungsmaßnahmen, beispielsweise zur Reduzierung von Lastspitzen.
Wie funktioniert die registrierende Leistungsmessung?
Ein RLM-Zähler misst den Mittelwert der abgenommenen Leistung im 15-Minuten-Takt bei Strom und im 60-Minuten-Takt bei Gas. Diese Messwerte werden automatisch an den Verteilernetzbetreiber und den Lieferanten übermittelt. Bei Strom entstehen dadurch in einem Monat mit 30 Tagen und ohne Zeitumstellung 2.880 Viertelstundenwerte, bei Gas 720 Werte.
Die übermittelten Verbrauchswerte dienen als Grundlage für die Abrechnung sowie für energiewirtschaftliche Prozesse wie die Bilanzierung und die Netzentgeltermittlung.
In der Regel entfällt bei RLM-Zählern die jährliche Ablesung durch den Messstellenbetreiber, da diese so genau und effizient messen, dass auf eine manuelle Ablesung verzichtet wird.
Für wen ist die RLM relevant?
Bei der Messung unterscheidet man zwischen Standardlastprofilen (SLP) und der registrierenden Leistungsmessung (RLM). RLM-Zähler spielen vor allem bei größeren Unternehmen und Industriebetrieben mit einem hohen Energieverbrauch eine wichtige Rolle. Als Orientierungswerte gelten ein jährlicher Stromverbrauch von mehr als 100.000 kWh beziehungsweise ein jährlicher Gasverbrauch von mehr als 1,5 Millionen kWh. Im Gasbereich kann zudem eine Ausspeiseleistung von mehr als 500 kW für den Einsatz eines RLM-Zählers relevant sein.
Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Möglichkeit, dass auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einen RLM-Zähler nutzen können. Allerdings ist dies durch den Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys) für viele Unternehmen heute nicht mehr erforderlich. Bereits ab einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 kWh ist grundsätzlich der Einbau eines intelligenten Messsysteme vorgesehen. Dieses ermöglicht ebenfalls eine detaillierte Verbrauchserfassung.
Ob ein RLM-Zähler infrage kommt, prüft der Netzbetreiber individuell. Der Energielieferant kann diese Prüfung im Auftrag des Kunden beantragen.
Typische RLM-Kundinnen und -Kunden sind beispielsweise:
- Industrieunternehmen
- Größere Gewerbebetriebe
- Rechenzentren
- Einrichtungen mit einem hohen Energieverbrauch
Was ist der Unterschied zwischen SLP und RLM?

Was sind die Vorteile eines RLM-Zählers für ein Unternehmen?
Mit der registrierenden Leistungsmessung können Unternehmen ihren Lastgang genau erfassen und so einen besseren Überblick über den eigenen Energieverbrauch erhalten. Mit diesen präzisen Daten können Lastspitzen erkannt und anschließend vermieden oder geglättet werden, wodurch sich die Netzentgelte senken lassen.
Auch für Energieversorger und Netzbetreiber bietet die RLM Vorteile: Energieversorger können mittels der genauen Messdaten den tatsächlichen Energiebedarf der Kundinnen und Kunden besser kalkulieren und gegebenenfalls die Beschaffungsstrategie anpassen. Netzbetreiber können auf Basis dieser Daten bestehende Lastspitzen identifizieren und sie in der Netzplanung berücksichtigen, um die Netzstabilität zu sichern.
Was ist der Leistungspreis bei der registrierenden Leistungsmessung?
Der Leistungspreis ist ein Bestandteil der Netzentgelte für RLM-Kundinnen und -Kunden. Er richtet sich nach der höchsten gemessenen Leistung, die innerhalb eines Abrechnungszeitraums auftritt. Bereits eine einzelne Lastspitze kann den Leistungspreis und damit die Netzentgelte erhöhen. Deshalb ist die Reduzierung von Lastspitzen ein wichtiger Ansatz, um Energiekosten zu senken.
Mithilfe eines RLM-Zählers kann der Verbrauch anhand von Viertelstundenwerte sehr genau nachvollzogen werden. Dadurch können Lastspitzen gezielt reduziert und die Netzentgelte gesenkt werden.