Netznutzungsentgelte: Kosten sparen mit der Netzentgeltverordnung

Die Netznutzungsentgelte machen 32% des Strompreises in Deutschland aus. Nach Steuern und Abgaben sind sie der zweitgrößte Bestandteil des Strompreises. Wenn Ihr Unternehmen saisonalen Schwankungen unterliegt und von typischen Stromverbrauchsverläufen abweicht, können Sie individuelle Netzentgelte beantragen – und sie um bis zu 90 Prozent reduzieren.

Was ist atypischer Stromverbrauch?

Sie verbrauchen atypisch Strom, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft:

  • Sie verbrauchen Strom vor allem dann, wenn andere ihn nicht verbrauchen.
  • Sie verbrauchen Strom nur saisonal oder für eine begrenzte Zeit.

Wir reduzieren Ihr Netzentgelt

Wir prüfen, ob Ihr Unternehmen alle Voraussetzungen für einen erfolgreichen Antrag erfüllt. Falls ja, übernehmen wir auch die komplette Abwicklung für Sie: Wir stellen den Antrag auf individuelle Netzentgelte und schreiben Ihnen die Ersparnis gut. Ihre Netzentgelte können Sie so um bis zu 90 Prozent reduzieren.

  • Wir prüfen Ihr Potenzial – kostenfrei und unverbindlich.
  • Wir übernehmen Antragsstellung und Abwicklung.
  • Sie senken Ihre Netzentgelte.

Was sind Netznutzungsentgelte?

Das Netzentgelt (auch: Netznutzungsentgelt) ist eine Gebühr und Teil des Strompreises sowie des Gaspreises. Die Netzbetreiber berechnen das Entgelt für Bau und Wartung ihrer Netzinfrastruktur. Jeder Netznutzer, der Strom oder Gas über das Versorgungsnetz bezieht, muss es an den jeweiligen Netzbetreiber bezahlen. Netznutzer sind in Deutschland in der Regel die Energieversorger. Sie sammeln die Netzentgelte von den Verbrauchern ein und leiten sie an den Netzbetreiber weiter. In manchen Fällen sind Netznutzer auch direkte Abnehmer aus der Großindustrie.

Wer bestimmt die Höhe der Netznutzungsentgelte?

Die Bundesnetzagentur legt eine Obergrenze für das Netzentgelt fest, denn das Entgelt kann sich nicht im freien Wettbewerb bilden, da Strom- und Gasnetze natürliche Monopole sind. Unterhalb dieser Obergrenze können die Netzbetreiber den Preis frei gestalten. Die Netzbetreiber müssen die aktuellen Entgelte im Internet veröffentlichen. In der Stromrechnung wird das Netzentgelt separat ausgewiesen.

Unter §19 der Netzentgeltverordnung (StromNEV) sind Reduktionen bei Sonderformen der Netznutzung geregelt. Der Gesetzgeber hat drei Regelungen geschaffen. Alle basieren auf den individuellen Leistungsspitzen der Unternehmen.

Sonderformen der Netznutzung

Atypische Netznutzung – § 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV

Sie können Ihre Netznutzungsentgelte um bis zu 80% reduzieren, wenn Sie durch aktives Lastmanagement zur Netzentlastung beitragen. Dazu müssen Sie nachweisen, dass die Höchstlast Ihres Unternehmens vorhersehbar ist und erheblich von der Jahreshöchstlast des Netzbetreibers in der jeweiligen Netz- oder Umspannebene abweicht. Sprich: Ihr höchster Stromverbrauch darf nicht dann sein, wenn der allgemeine Stromverbrauch am höchsten ist (Hochlastzeitfenster). Die eigene Jahreshöchstlast muss höher sein als die eigene Höchstlast während des Hochlastzeitfensters.

Voraussetzungen: 

1.    Prozentuale Mindestreduktion (eigene Jahreshöchstlast zu eigener Höchstlast im Hochlastzeitfenster) von mindestens:

  • Niederspannung (NS): 30 %
  • Mittelspannung (MS):  20 %
  • Hochspannung (HS): 10 %
  • Höchstspannung (HöS): 5 %

2.    Absolute Mindestlastreduktion (eigene Jahreshöchstlast zu eigener Höchstlast im Hochlastzeitfenster) von mindestens 100 kW in allen Netz- und Umspannebenen

3.    Die prognostizierte Entgeltreduzierung, d.h. die Differenz zwischen regulärem Netzentgelt und reduziertem Netzentgelt, beträgt mindestens 500 Euro (Bagatellgrenze).

Wenn Ihr Unternehmen alle drei Voraussetzungen erfüllt, haben Sie Anspruch auf ein reduziertes Netzentgelt. Wie viel Sie sparen können hängt ab von der höchsten Leistung Ihres Unternehmens im Hochlastzeitfenster. Die mindeste Ersparnis liegt bei 20% des allgemeinen Entgelts.

Intensive Netznutzung §19 Abs. 2 Satz 2 StromNEV

Ein Unternehmen kann seine Netznutzungsentgelte um bis zu 90 % reduzieren, wenn es durch einen gleichmäßig hohen Strombezug zur Stabilisierung des Netzes beiträgt.

Voraussetzungen:

1. Mindestens 7.000 Benutzungsstunden (Quotient aus Abnahmemenge und Höchstlast) pro Jahr und Abnahmestelle

2. Mindestabnahmemenge von 10 GWh pro Jahr und Abnahmestelle

Wenn Sie beide Voraussetzungen erfüllen, sind Sie qualifiziert für ein individuelles Netzentgelt. Die Höhe Ihres Entgelts berechnet der Netzbetreiber auf Basis der sogenannten „physikalischen Komponente“. Diese Größe gibt an, wie sehr Ihr Verbrauch das Netz entlastet. Je nach physikalischer Komponente und Benutzungsstunden zahlen Sie mindestens:

  • 10% des normalen Entgelts (> 8.000 Benutzungsstunden)
  • 15% des normalen Entgelts (> 7.500 – 7.999 Benutzungsstunden)
  • 20% des normalen Entgelts (> 7.000 – 7.499 Benutzungsstunden)

Saisonale Netznutzung §19 Abs. 1 StromNEV

Unternehmen mit einer zeitlich begrenzten hohen Leistungsaufnahme, der in der übrigen Zeit eine deutlich geringere oder keine Leistungsaufnahme gegenübersteht, können mit dem Netzbetreiber neben dem Jahresleistungspreissystem eine Abrechnung auf Grundlage von Monatsleistungspreisen vereinbaren.

Singuläre Netznutzung §19 Abs. 3 StromNEV

Wenn Unternehmen sämtliche Betriebsmittel einer Netz- oder Umspannebene ausschließlich selbst nutzen, spricht man von singulärer Netznutzung. Diese Unternehmen müssen mit ihrem Netzbetreiber ein individuelles Netzentgelt festlegen. Das Entgelt muss angemessen sein und den Energieverbraucher so stellen, als sei er direkt an die vorgelagerte Netz- oder Umspannebene angeschlossen.